Abend für die Demokratie

09. November 2021

"Abend für die Demokratie" am 9.11.2021 in der Sportgaststätte Hessdorf

Auftakt dieses Abends - nach einer Stärkung in der Gaststätte - war eine kurze Zusammenfassung der drei bzw. vier Ereignisse an einem 9. November, die unsere deutsche Geschichte im besten Sinne und in den dunkelsten Stunden geprägt haben. Der 9. November 1918, Ausrufung der ersten demokratisch gewählten Republik, dann 1923 Angriff auf die Weimarer Republik bei dem glücklicherweise misslungen Hitler-Putsch, 1938 die Reichsprogromnacht mit dem endgültigen Vernichtungszug gegen die jüdische Bevölkerung und weitere Minderheiten und dann - wieder ein Lichtblick - der Mauerfall in Berlin zum Ende der friedlichen Revolution in der DDR und der Beginn der Wiedervereinigung. Nella Döbbelin gab einige Kernaussagen unseren Bundespräsidenten Steinmeier aus der feierlichen Veranstaltung morgens wieder, dass unsere Demokratie nicht vom Himmel gefallen sei, dass immer Menschen beim Angriff und der Vernichtung der Demokratie und andrerseits beim Erarbeiten und Erkämpfen beteiligt waren und nicht irgendein "Schicksal". Es sei der Deutsche Tag schlechthin, der Tag der Erinnerung, der uns immer wieder auffordert, wachsam, engagiert und kämpferisch die Freiheit zu verteidigen. Hierzu passte das bekannte Zitat von Willy Brand von 1992 vor der SI "Nichts kommt von allein und wenig ist von Dauer…" sowie der Hinweis auf die "Ruckrede" von Roman Herzog 1992 "Durch Deutschland muss ein Ruck gehen …" Christiane Brenner verwies dabei auch auf Wolfgang Niedecken von BAP, der am 9.11.1992 den Song "Arsch hoch, Zähne auseinander" vor 100000 Menschen in Köln vortrug, nach vielen Brandanschlägen auf Asylheime.

Also, was können wir tun? In der Diskussion waren wir uns einig, diesen 9. November auch im nächsten Jahr wieder zu veranstalten, aber nicht ein Jahr lang bis dahin mit Aktionen warten wollen. Vorschläge waren: 1. einen Demonstrationsumzug durch Heßdorf zu machen 2. die Öffentlichkeit bei besonderen Anlässen, Ereignissen und symbolträchtigen Terminen mit einzubeziehen 3. Die Gemeinde, die schon vor Jahren dem Bündnis gegen Rechts beigetreten ist, zu Aktivitäten und Stellungnahmen im Amtlichen Mitteilungsblatt aufzufordern, ebenso die Broschüre "Allianz gegen Rechtsextremismus" zu beherzigen und Pläne, Vorschläge und Aktionen bei öffentlichen Terminen durchzuführen.. 4. Einfordern von ganz praktischen demokratischen Rechten, die wir als Bürger haben, nämlich z.B. das Veröffentlichen von Entscheidungen und Abläufen der GR-Sitzungen. Protokolle dürfen nicht mehr veröffentlicht werden. Nichts spricht aber gegen Berichte aus dem GR entweder in der Zeitung oder im Amtlichen Mitteilungsblatt, so wie es GSB macht. Die Verwaltungsgemeinschaft hat einen Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit, der damit beauftragt werden kann. Unser Plan: am 27.11.2021 bei der Bürgerversammlung werden wir als SPD-Gruppe einen Antrag stellen auf Veröffentlichung der GR-Berichte wie oben beschrieben. Außerdem wollen einige von uns in Zukunft regelmäßig die GR-Sitzungen besuchen, insbesondere zunächst am 30.11.2021, wenn Jürgen Wölfel als neues Gemeinderatsmitglied für die SPD vereidigt wird (wir sind alle sehr dankbar für seinen Einsatz!!!).

Nella Döbbelin

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